Für Hainburg
und den Kreis Offenbach
Alexander Böhn

CDU hat ihren Wunschkandidaten

Alexander Böhn soll bei der Landratswahl 2027 die Nachfolge von Oliver Quilling antreten

Dietzenbach – Die personellen Weichen für die Landratswahl im Kreis Offenbach im kommenden Jahr sind bei der CDU offenbar gestellt. Alexander Böhn soll für die Christdemokraten ins Rennen um die Nachfolge von Oliver Quilling gehen. Sowohl der CDU-Kreisvorstand als auch die -fraktion haben sich einstimmig für den derzeitigen Kreisbeigeordneten ausgesprochen. Offiziell nominiert werden soll Böhn auf einem Parteitag am 27. Februar 2027. Die Direktwahl des Landrats ist voraussichtlich für September 2027 vorgesehen.

Erfahrener Kommunalpolitiker

Dass Quilling nach drei Amtszeiten nicht erneut kandidieren wird, hatte der 61-Jährige bereits Ende Oktober angekündigt. Seit März 2010 steht der Christdemokrat an der Spitze der Kreisverwaltung. Seine Amtszeit endet im März 2028. Als Grund für seinen Rückzug nannte er gegenüber unserer Zeitung ausschließlich private Motive. Nach dann insgesamt 33 Jahren politischer Verantwortung als Bürgermeister von Neu-Isenburg und Landrat wolle er künftig mehr Zeit für sein Privatleben haben. Über Jahrzehnte sei sein Terminkalender weitgehend fremdbestimmt gewesen.

Bereits bei der Ankündigung seines Rückzugs hatte Quilling Alexander Böhn als möglichen Nachfolger ins Gespräch gebracht. Der frühere Bürgermeister von Hainburg bringe langjährige Verwaltungserfahrung mit. Besonders dessen Fachwissen im Bauwesen bezeichnete Quilling gegenüber dieser Zeitung als Bereicherung.

Böhn ist in der Kommunalpolitik seit Langem verwurzelt. Von 2001 bis 2012 gehörte er der Gemeindevertretung Hainburg an. Von September 2012 bis Februar 2017 war er hauptamtlicher Erster Beigeordneter der Gemeinde. Im März 2017 übernahm er das Bürgermeisteramt und wurde 2023 wiedergewählt. Zuvor hatte der studierte Bauingenieur, der zudem einen Masterabschluss in Umweltwissenschaften besitzt, bei Hessen Mobil gearbeitet, unter anderem als Teamleiter und stellvertretender Dezernent.

Im Mai 2024 wählte ihn der Kreistag zum hauptamtlichen Kreisbeigeordneten. Seine sechsjährige Amtszeit begann am 17. Juni. Bei seinem Amtsantritt übernahm er unter anderem die Verantwortung für die Gebäudewirtschaft, Umweltangelegenheiten, Informationstechnologie sowie Ausländerangelegenheiten und Integration. Mit der angestrebten Kandidatur könnte Böhn nun den nächsten Schritt seiner politischen Laufbahn machen.

CDU-Kreisvorsitzender Frank Lortz sieht in ihm den geeigneten Nachfolger. Böhn verfüge über alle Voraussetzungen für das Amt des Landrats und habe sich während seiner mehr als zweijährigen Tätigkeit als Kreisbeigeordneter große Anerkennung erworben. Zugleich würdigt Lortz die Arbeit Quillings, der eine Ära geprägt habe und wie kaum ein anderer für die Entwicklung des Kreises stehe.

Mit der einstimmigen Unterstützung aus Kreisvorstand und -fraktion geht Böhn als klarer Favorit seiner Partei in das weitere Nominierungsverfahren. Die endgültige Entscheidung liegt bei den Delegierten des CDU-Kreisparteitags. Lortz zeigt sich zuversichtlich, dass Böhn auch über die christdemokratische Wählerschaft hinaus Zustimmung finden könne. Im Wahlkampf soll er von der Union in allen 13 Städten und Gemeinden des Kreises unterstützt werden.

Für die CDU geht es darum, das Landratsamt, das sie seit 1998 kontinuierlich besetzt, auch nach Quillings Ausscheiden zu behaupten. Wer im kommenden September dann voraussichtlich gegen Böhn antreten wird, ist offen. Bislang hat kein weiterer Bewerber öffentlich seine Kandidatur für die Landratswahl angekündigt.